Pfadfinder Mainz - Stamm St. Willigis

Stammeszeitung "Willigis Tribune"

Die Stammeszeitung, hier die Titelseite der Ausgabe 2/2005

Seit 2002 informiert die Stammeszeitung "Willigis Tribune" über Fahrten und Aktionen sowie über die Hintergründe und Ideen der Pfadfinderei. Bisher sind ca 3 Ausgaben pro Jahr und einige Journale erschienen. Die Redaktion besteht derzeit aus Leonie, Luzie und Aaron. 
Zur 20. Jubiläumsausgabe (WT 2/2006) stellten sich die damaligen Redakteure Moritz und Stefan ein paar Fragen, um Einblick in ihre Arbeit zu geben - hier die Antworten.

Warum heißt die Stammeszeitung eigentlich "Willigis Tribune"?

Ihren Titel bekam die Stammeszeitung eher durch Zufall. Anfangs hatten wir beabsichtigt, den Titel jeder Ausgabe an eine andere bekannte Tageszeitung anzulehnen: Willigis Allgemeine Zeitung, WILD usw. Recht schnell wurde uns aber klar, dass ein ständig wechselnder Titel für die Stammeszeitung nicht so toll ist. Allerdings war die erste Ausgabe mit dem Titel "Willigis Tribune" schon erschienen - in Anlehnung an die amerikanische Tageszeitung "Herald Tribune". Da wir aber in der Folgezeit keinen besseren und originelleren Titel fanden, wurde der Titel der ersten Ausgabe beibehalten. Außerdem hatten sich der Titel und vor allem das Kürzel "WT" bereits eingebürgert.

Warum braucht der Stamm eine Stammeszeitung?

Natürlich braucht der Stamm eine eigene Stammeszeitung nicht zwangsläufig. Allerdings sorgt so eine Zeitung für deutlich mehr Information und Transparenz. Nach außen und nach innen. So sind natürlich die Eltern eine große Zielgruppe. Aus der "Willigis Tribune" erfahren sie nicht nur, was so auf den Fahrten und in den Gruppenstunden passiert, sondern sie lesen auch Artikel über die Pfadfinderidee, die Herkunft von Truppnamen, oder was den Stamm gerade rumtreibt - wie den Umbau zum Beispiel. Nach innen sorgt die Stammeszeitung dafür, dass man als Jungpfadfinder auch mal erfährt, was die Pfadfinder machen und umgekehrt. Zugespitzt könnte man also sagen, wir sorgen dafür, dass wir uns gegenseitig nicht vergessen. Darüber hinaus hoffen wir natürlich auch, dass die Hintergrundthemen oder die Leitartikel auch auf Interesse unter den Gruppenmitgliedern und Leitern stoßen.

Eine dritte und letzte Gruppe, die von der "Willigis Tribune" auch angesprochen werden soll, sind die Ehemaligen, die dadurch auf dem Laufenden bleiben was im und mit dem Stamm passiert.

Wie entscheidet Ihr was in die Stammeszeitung reinkommt?

Wir werfen einen Blick in den Kalender und suchen nach den vergangenen bzw. noch vor uns liegenden Aktionen und Fahrten, die von Interesse für die Leser sein könnten. Manchmal befragen wir auch die Gruppenleiter vorab zu einer Fahrt. Dann können wir besser entscheiden, ob ein Artikel darüber lohnt oder nicht. Außerdem sammeln wir die wichtigsten Entscheidungen der Leiterrunde für unsere Rubrik "Stamm". Darüber hinaus werden wir tatsächlich auch kreativ tätig. Das heißt, wir überlegen, welche Hintergrundthemen euch und eure Eltern interessieren könnten oder ob sie aktuell sind. Auch machen wir uns jetzt schon Gedanken über den Leitartikel, der sich immer mit einem Thema zur Pfadfinderidee beschäftigt. Am Ende erstellen wir eine Planung, auf der drauf steht, wer, was, wie lang schreibt - letzteres können wir aber nicht immer beeinflussen.

 

Schreibt ihr alle Artikel?

Nein, um Gottes willen! Das würden wir gar nicht schaffen. Wir sprechen Leiter, Jugendliche oder Kinder an, die gerne was schreiben. Natürlich muss der betreffende bei der Aktion oder der Fahrt dabei gewesen sein. Manchmal müssen wir auch jemanden öfters ansprechen und Erinnerungsmails schicken, aber insgesamt bekommen wir sehr viel Unterstützung von Seiten der Leiter und der Kinder. Wir selbst schreiben vor allem die Nachrichten aus der Leiterrunde, die Hintergrundberichte und Leitartikel.

Wenn ihr einen Artikel bekommt - was macht ihr dann mit dem?

Zuallererst lesen wir ihn uns durch. Dann bearbeiten wir ihn redaktionell. Das heißt wir kürzen unwesentliche Passagen raus, wenn der Artikel deutlich zu lang ist, und formulieren schwer verständliche Sätze um. Meinungsäußerungen lassen wir aber immer stehen. Außerdem korrigieren wir natürlich noch Grammatik- und Rechtschreibefehler. Der Aufwand ist übrigens sehr unterschiedlich. Es gibt Artikel, an denen müssen wir so gut wie nichts mehr machen und manche (insbesondere die von Johannes) müssen wir stark kürzen, weil sie einfach zu lang sind. Pro Artikel kann man in der Regel zwei bis drei Korrekturlesungen veranschlagen.

Woher bekommt ihr die Bilder?

Die Bilder, die in der Willigis Tribune abgedruckt sind, stammen fast alle aus den Dias zu euren Sommerfahrten, Lagern und Wandertouren. Wir schauen uns die Bilder meistens alle kurz durch und scannen ein paar ein. Immer aber mehr als wir brauchen. Beim Layouten der Zeitung entscheiden wir dann, welches Bild wo und wie gesetzt werden soll. Wichtig ist, dass das Bild möglichst aussagekräftig ist. Insbesondere die Suche für das Titelbild ist manchmal sehr schwierig.

Wie entsteht aus dem gesammelten Material die gedruckte Zeitung?

Nachdem die Artikel in ihrer Fassung feststehen, wir sie also korrigiert und evtl. redaktionell bearbeitet haben, werden sie "gesetzt". Das heißt wir setzen die Artikel in einem speziellen Layoutprogramm und formatieren sie entsprechend – also Schriftgröße, Überschrift und fügen die Bilder hinzu. Erst jetzt wissen wir auch die endgültige Seitenzahl der kommenden Ausgabe. Wenn wir alles in der Ausgabe drin haben, wird die gesamte Zeitung noch einmal Korrektur gelesen. Nachdem wir dann die letzten Fehler bereinigt haben, geben wir die Datei zur Buchbinderei Schulz, die sie dann auf einem Digitalkopierer ausdruckt.

Warum gibt's die Stammeszeitung nur dreimal im Jahr?

Früher haben wir die Stammeszeitung viermal im Jahr herausgegeben. Allerdings haben wir letztes Jahr gesehen, dass das wenig Sinn macht. Wir haben ja nur eine bestimmte Anzahl an Aktionen und Fahrten zur Auswahl und wollen daraus eine interessante Zeitung machen. Bei vier Ausgaben wurde aber fast immer die zweite Ausgabe langweiliger als alle anderen. Denn im Frühjahr hatten die Gruppen noch nicht soviel Fahrten gemacht und nur Hintergrundthemen können und wollen wir ja auch nicht bringen. Die Frühjahrsausgabe wurde also meistens nur sechs Seiten lang. Dafür war dann der Aufwand zu groß. Dadurch, dass wir "nur noch" drei Ausgaben machen, gehen die interessanten Fahrten und Aktionen aber natürlich nicht verloren. Sie erscheinen halt nur später in der Sommerausgabe.

Wofür steht eigentlich das "V.i.S.dP." im Impressum?

Das heißt "Verantwortlich im Sinne des Presserechts". Man sollte es kaum glauben, aber unsere kleine Stammeszeitung ist nach § 3 Abs. 2 Nr. 2 Landesmediengesetz (LMG) ein "periodisches Druckwerk". Dadurch (genauer § 9 Abs. 2 LMG) sind wir verpflichtet einen verantwortlichen Redakteur im Impressum mit Name und Anschrift zu benennen. Dieser haftet dann auch für alle etwaigen Verstöße in der Stammeszeitung (was bei uns aber zugegebenermaßen eher selten vorkommt). Wem es noch nicht aufgefallen ist: wir, also die beiden Redakteure, wechseln uns im Impressum mit jeder Ausgabe ab.

Wenn ihr auf die fünf Jahre zurückblickt - was zieht ihr für ein Fazit?

Die WT begann im besten Sinn des Wortes als "Experiment". Wenn man die erste Ausgabe aus dem Jahre 2001 mit einer heutigen vergleicht, dann fällt sofort auf, dass sich die WT äußerlich stark gewandelt hat. Aber nicht nur das: Auch inhaltlich hat sich in den fünf zurückliegenden Jahren einiges verändert; wir haben vieles ausprobiert und vieles wieder verworfen. Manche Veränderungen sind aber geblieben: so zum Beispiel der Leitartikel oder die Hintergrundthemen.

Durch diesen Prozess ist die WT zu einem festen Bestandteil des Stammeslebens geworden, der bei den meisten gut aufgenommen wird. Außerdem liegt für diese Zeit mit der "Willigis Tribune" auch eine durchgehende Chronik der Stammesgeschichte vor. All das freut uns sehr und wir freuen uns auch, dass mittlerweile immer mehr Wölflinge, Jungpfadfinder und Pfadfinder Artikel für die Stammeszeitung schreiben. Nicht vergessen sollte man nämlich, dass die Stammeszeitung nur durch die Beteiligung aller lesenswert ist.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Den Haddak - die Bundeszeitschrift - zu übernehmen und vielleicht auch noch ein Hauptstadtbüro in Köln. Nein, jetzt mal im Ernst. Wir würden gerne jemanden finden, der zeichnerisch begabt ist. Außerdem wünschen wir uns vor allem jede Menge Leserbriefe. In diesen fünf Jahren haben wir nur zwei Leserbriefe erhalten. Wir würden sehr gerne mal kritische Rückmeldungen von euch oder euren Eltern haben. Zur Stammeszeitung selbst oder zu den Themen.

Die Fragen stellte sich die Redaktion.

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Wenn ihr einen Artikel zu einer Fahrt oder einer Aktion schreiben oder einfach uns nur einen Leserbrief schicken wollt, dann könnt ihr das per Email tun - oder einfach im Truppheim abgeben!